Mein erster Einsatz war am Feuertanz Festival in Abendberg. Das Gelände war überschaubar groß. Doch da das Festival jedes Jahr ausverkauft ist, wird man auf der engen Fläche von den Leute fast erdrückt. Gar nicht so einfach da nebenbei noch seiner eigentlichen Aufgabe nachzugehen. Und in der Tat gab es einige Benachrichtigungen auf dem Telefon und bei jedem Alarm blickt man um sich, ob man nicht doch eingreifen müssten.
Das nächste Festival war das Summer Breeze Open Air. Ebenfalls ausverkauft. Hier war mir klar: Ich kann hier aber unmöglich alleine agieren. Dafür ist die Fläche und die Massen an Menschen einfach zu groß. Der Einsatz am Summer Breeze war an sich recht entspannt. Ich musste mich halt viel am Infield aufhalten. Bei der Hitze schon ganz schön Anspruchsvoll. Doch dann schaut man sich halt die Bands auf der Main Stage an und packt hin und wieder mal bei ein paar Crowdsurfern mit an. Man will ja schließlich für Sicherheut sorgen.
Das letzte Festival war das Festival Mediaval. Deutlich weniger Gäste aber leider auch ein sehr großes Gelände. Irgendwann stellt man sich dann doch die Frage ob es eine bestimmte Zielperson gibt, für die wir den ganzen Aufwand hier betreiben.
Vermutlich ist es kein Zufall, dass es sich um Festivals im bayerischen Raum handelt, allerdings heißt das noch lange nicht, dass es jedes Mal um dieselbe Zielperson handelt. Jedoch war das Aktenzeichen für den Einsatz immer das gleiche. Also kann man ja mal die Augen offen halten, ob es irgendwelche Personen gibt, die man bereits auf den anderen beiden Festivals gesehen hat. Wie viele Personen es wohl gibt, die dieselben drei Festivals besuchen?
Eigentlich sollte ich meine Neugierde unterdrücken. Meine Tarnung ist mein einziger Schutz. Sobald jemand beginnt, mich wiederzuerkennen, verliere ich die Unsichtbarkeit, die meine Mission erst möglich macht. Daher birgt das natürlich auch eine gewisse Gefahr, wenn ich Leute bewusst mustere. Unter zehntausend Leuten ist es auch gar nicht so einfach wiederkehrende Personen zu finden. Jedoch stechen machen hervor und so wird mein Verdacht ganz klar auf den Leprechaun gelenkt. Grüner Hut. Grüner Umhang. Der Bart. Der war 100% auch auf den anderen beiden Festivals.
Unauffällig suche ich seine Nähe und schnappe ein paar Worte auf. Eloquente Wortwahl auf jeden Fall. Er scheint gebildet zu sein. Ich schaue auf die App in meinem Mobiltelefon. Ein kurzes Flackern, ein Signal. Kaum erschienen, schon wieder verschwunden. Wie ein Schatten, der sich meiner Wahrnehmung entzieht. Ob die Bedrohung wirklich real ist? Vielleicht ist das ganze auch ein Feldversuch? Ein Test in kontrollierter Umgebung?
Ich war auf jeden Fall froh, dass ich immer noch nicht eingreifen musste. Und so mische ich mich wieder unter die Gäste. Jedoch immer mit einem wachsamen Auge. Oh, da kommt jemand auf mich zu. Sein Blick bleibt an mir hängen. Meine Gedanken rasen. Bin ich entdeckt? Oder ist es wieder nur belangloser Smalltalk? „Hallo! Mein Name ist Markus. Meine Freunde nennen mich Medlan. Ich bin ein recht guter Beobachter und du bist mir auf anderen Festivals schon aufgefallen, weil du immer etwas verloren wirkst. Kann ich dir irgendwie helfen?“ Höflich wie ich bin, nenne ich ihm meinen Decknamen und bitte für eine Sekunde um Entschuldigung. Ich scrolle die Akte auf meinem Handy nach oben. Das Aktenzeichen ist M3-DL/4N. Ich blicke nach oben und sehe im Hintergrund, wie sich der Leprechaun ein Getränke an der Taverne holt. Ich glaube ich bin aufgeflogen.
Disclaimer
Idee, Storyline & das meiste vom Text: Medlan
Sprachlichte Aufwertung & Texterweiterungen: ChatGPT
Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um eine fiktive Geschichte handelt. Eventuelle Ähnlichkeiten zu Personen, die auf den Festivals waren, sind durchaus möglich. Die Zusammenhänge und die Story sind aber frei erfunden.

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