Epica, Amarante & Charlotte Wessels‘ The Obsession, 17.01.2026, München

Wenn man zu viele Konzerte zur Auswahl hat

Da sitzt man am 17.01. am frühen morgen am PC und überlegt sich: was mache ich denn jetzt heute Abend nur? Es stehen drei verschiedene Konzerte im Kalender zur Auswahl. Und seit Wochen war ich schon am grübeln auf welches Konzert ich gehen will. Jetzt wird’s langsam Zeit sich zu entscheiden. Wo gibt’s noch Tickets? Für welches muss man weit fahren? Was kosten die Tickets? Wie sehr würde ich mich freuen die Band zu sehen? Wenn ich zu einem Konzert nicht gehe, wann kann ich die Band wieder sehen, wenn sie mich interessiert?

Wäre ‚einfach nur live Musik sehen‘ der Hauptentscheidungsgrund gewesen, hätte ich mich vermutlich für’s Hell Over Regensburg entschieden. Kurzer Anfahrtsweg. Kleine Location. Günstiger Ticketpreis. Allerdings vier Black Metal Bands (Lucifer’s Child, Servant, Anheim, Morbus Dei). die ich nicht kenne und ich höre ja auch kaum Black Metal. Also kein Hell over Regensburg (Sorry, Harry).

Epica
Epica

Bleiben noch zwei zur Auswahl. Dymytry Paradox sind gerade auf Tour. Es gibt drei Mögliche Termine: München, Nürnberg & Cham. An dem Münchner Termin sind wir schon bei J.B.O.. Sprich hier wäre nur noch der Nürnberger Termin eine Alternative, falls ich mich dagegen entscheide. Der ist aber schon am Tag darauf. Und das LA Cham ist ja eine coole Location, wo man vorher noch schön Burger essen gehen kann. Doch wird jetzt ein Burger, den wir am Vortag hatten, dem Konzert zum Verhängnis? Irgendwie schon auch.

Am Ende war die Rechnung aber ganz nüchtern: 2023 (wie die Zeit vergeht, ich dachte das war 2025) habe ich mich etwas geärgert, dass wir nicht bei Epica & Apocalyptica waren. Jetzt sind Epica wieder unterwegs. Und Amaranthe sehen wir auch nicht so oft. Wenn’s wirklich ist, kann ich dann am Sonntag immer noch zu Dymytry Paradox. Doch Epica & Amaranthe habe ich so schnell keine Gelegenheit mehr. Da nimmt man dann auch die Kosten, die Fahrt und den Zenith auf sich.

Ich hatte noch versucht Kontakt zu einem Ticketverkäufer herzustellen, doch das hat leider nicht mehr geklappt. Also habe ich mir um 16 Uhr ein reguläres Tickets bestellt, mich umgezogen und bin direkt los.

Zenith & Parken

Das Thema muss ich jetzt auch nochmal aufgreifen. Parken am Zenith war noch nie wirklich ideal. Und wenn man sich gefreut hat, dass man zuletzt am Schotterparkplatz noch einen Stellplatz bekommen hat, bei dem man sich mit etwas Glück sein Auto nicht mit herumliegenden Metallteilen beschädigt hat und nicht eingeparkt wurde, dann Stand man nach dem Konzert schon mal gut 30 – 45 Minuten, bis man von dem Parkplatz wieder raus kommt. Von daher kenne ich mittlerweile schon die alternativen, auch wenn man dafür ein paar Meter laufen muss. Doch ich parke dann kostenlos und bin schneller auf der Autobahn, obwohl ich erst zum Auto laufen muss.

Amaranthe
Doch ändert sich das jetzt alles wieder? Da steht doch jetzt glatt ein großes schönes Parkhaus direkt neben dem Zenith. Wie cool ist das denn? Für Konzerte wohl nicht so cool, wenn man den Bewertungen glauben schenken darf. Ich fasse die Kritikpunkte mal knapp zusammen: Das Parkticket wird bei der Einfahrt langsam ausgestellt. Sprich es staut sich bei Konzerten bei der Einfahrt. Die Parkplätze sind – wie man es leider gewöhnt aber von einem neu gebauten Parkhaus nicht erwarten würde – sehr eng.

Die Ein und Ausfahrer kreuzen sich wohl mehrfach so dass es zu Blockaden kommt. Man kann scheinbar auch auf einer Webseite bezahlen, doch wenn man das nicht nutzt sind drei Automaten zu wenig. Es wird von Ausfahrzeiten von über 1,5h gesprochen. Das schlimmste ist wohl, dass wenn man sein Parkticket bezahlt hat, 15 Minuten hat zum raus fahren – was viele nicht schaffen und dann an der Schranke nochmal zum Nachzahlen müssen. Damit schafft’s der dahinter auch nicht mehr raus usw. Da ich selber noch nicht drinnen war, konnte ich mir selber noch kein Bild machen. Der Preis liegt wohl bei 3€/Stunde bzw. es gibt einen Abendtarif von 17 – 6 Uhr für 9€ (da würde ich aber dann nicht verstehen, warum man dann nachzahlen müsste; Und drei Stunden ist man da gleich drin im Zenith, wenn da mehr als eine Band spielt). Long story short. Wenn’s wirklich brennt, würde ich mich da rein stellen. Ansonsten gucke ich mich weiterhin nach meiner Alternative um.

Meine Anreise war diesmal wieder entspann. Gegen 16:15 Uhr in Regensburg los. Gegen 17:20 Uhr das Auto geparkt. Weniger als eine Viertelstunde zum Zenith gelaufen. 17:35 Uhr war ich an der – noch verschlossenen – Halle. Die Schlange machte einen Bogen um die Food-Trucks herum wieder zurück zur Straße – und so weit standen die Leute fast auch. 17:40 Uhr wurden die Tore geöffnet und und nach 20 Minuten war ich in der Halle. Drin hat es sich noch schön verteilt, so dass ich mir direkt ein Platz weiter vorne gesichert habe.

Charlotte Wessels‘ The Obsession

Den Namen Charlotte Wessels habe ich jetzt schon öfter gelesen. Doch ich hatte ehrlicherweise keine Ahnung wer das ist. Wikipedia klärt aber einen dann schnell auf: Das war die Sängerin von Delain. Ahhh. Pünktlich, wie angegeben, startete die Show im gut gefüllten Zenith. The Obsession ist der Titel des ersten Studioalbums von Charlotte Wessels. Scheinbar gab es da schon zwei selbst aufgenommene Compilation Alben. Da bereits eine neue Single gespielt wurde, ist bereits ein weitere ein weitere Album in Planung. Daher war ich etwas verwundert da der Act überall als Charlotte Wessels‘ The Obsession angekündigt wurde. Als wäre das sozusagen der Name des Projektes. Doch da kann ich mir ja dann im Nachgang nochmal Gedanken machen.

Charlotte Wessels
Charlotte Wessels

Musikalisch hat der Act hervorragend zu dem Abend im Zenith gepasst. Ich mein, jetzt wo ich weiß, dass das die Sängerin von Delain war, macht das auch alles noch viel mehr Sinn. Den Sound fand ich allerdings größtenteils etwas platt. Ihr wisst, ich tue mich das immer schwer das zu beschreiben. Aber teile vom Schlagzeug waren einfach zu sehr laut, so dass der Gesang ein wenig unter ging. Wenn die Instrumente bei einem Solo im Fokus standen, war’s ganz gut. Doch alle zusammen …. Auch bei den Keyboards bin ich mir nicht sicher, ob was aufgefallen wäre, wenn die nicht mit dabei gewesen wären. Erst beim vorletzten Song stand das Keyboard bei der neuen Single After Us, The Flood im Mittelpunkt. Der Song hat mir auch richtig gut gefallen. Und auch der letzte Song des Abends The Exorcism war richtig stark.

The Crying Room fand ich auch nicht schlecht. Was sie leider versäumt haben, dass beim Song Dopamine Simone Simons mit auf die Bühne kam, denn die hat wohl am Songs auf dem Album mitgewirkt.

Spielzeit: 40 Minuten (18:40 Uhr – 19:20 Uhr)
Webseite: https://charlottewessels.nl/
Setlist: Zenth, München
Letztes Album: Charlotte Wessels – The Obsession (Amazon Partner Link)

Amaranthe

Das letzte Amaranthe Konzert ist schon etwas länger her. Dafür waren wir auch in München in der Olympiahalle. Da waren Amaranthe die Vorband vom Sabaton. Eines der wenigen Konzerte die wir 2020 gesehen haben – aus Gründen. Auch wenn man da aufgrund von der Entfernung wenig gesehen hat von der Band hatte mir die Show recht gut gefallen. Das konnte ich mit dem Konzert jetzt gut ausgleichen. Da war ich ja deutlich näher dran und bereits nach den ersten Sekunden von Fearless war wieder klar, warum ich die Band so gerne mag. Eine Band mit drei verschiedenen Gesangsstimmen bietet einfach viel potential und Abwechslung. Und wenn dann die Harmonie auch noch stimmt. Perfekt.

Amaranthe
Amaranthe

Aktuell stehen am Mikro – natürlich – Elize Ryd, Nils Molin, der auch als Frontmann bei Dynazty am Mikro steht und Mikael Sehlin, der die Gutturaler Gesangsparts übernimmt. Ich muss sagen die ganze Show war echt gut gemacht. Sie hatten im hinteren Bereich noch Podeste und einen ‚Übergang‘ hinter dem Schlagzeug. So konnte vorne immer einer im Fokus stehen, während die anderen beiden sozusagen als Background Sänger fungierten. Stark fand ich auch die Aktion nach der Ballade Crystalline, wo Elize & Nils noch zusammen stehend Blicke austauschten und die letzten Töne ausklangen, als Mikael von hinten ankam und die ganze Situation einfach hart mit dem Intro vom Boom sprengte.

Amaranthe
Amaranthe

Natürlich durfte auch PvP nicht fehlen, welcher die Hymne für das Schwedische E-Sports Team 2021 war. Zudem gab es auch einen neuen Song Chaos Theory zu hören – damit sie auch etwas neues Material präsentieren. Die nachfolgende Kombination der Songs Amaranthine, The Nexus und Call out my name hätten durchaus einen würdigen Abschluss für das Konzert gebildet, doch sie legten noch ein paar Songs nach. Gerade The Nexus ist für mich durchaus so ein Amaranthe Signature Song, bei dem sie das potential gut ausspielen können.

Positiv hervorzuheben wäre am Ende noch die Laser die als Lichteffekte bei einigen (wenigen) Songs genutzt wurden. Das war richtig cool!

Spielzeit: 78 Minuten (19:51 Uhr – 21:09 Uhr)
Webseite: https://amaranthe.se/
Setlist: Zenth, München
Letztes Album: Amaranthe – The Catalyst (Amazon Partner Link)

Epica

In meinem letzten Blog Eintrag habe ich geschrieben, dass wir Epica nur alle sieben Jahre sehen. Da war es jetzt an der Zeit, das Muster zu durchbrechen. Wie gesagt – ich wollte die eigentlich schon zusammen mit Apocalyptica anschauen, doch das ging sich – warum auch immer – 2023 nicht aus.

Das Epica jetzt auch mit einer sehr großen Leinwand für visuelle Effekte unterwegs sind, kannte ich ja schon vom Summer Breeze und habe ich auch fest damit gerechnet. Auch den Bühnenaufbau mit dem großen Podest in der Mitte fand ich ganz cool, weil man dann auch weiter hinten mal die Musiker zu Gesicht bekommt. Auch der Keyboarder hat, wie auch schon am Summer Breeze, alles gegeben und strahlte den Elan und die Spielfreude aus, die man sich von den übrigen Musikern auch gewünscht hätte.

Epica
Epica

Beim ersten Song fand ich den Effekt mit der Leinwand ganz cool. Simone war mit einem Schleier auf dem höchsten Podest aber selbst nicht beleuchtet. Während auf die Leinwand nur so schwarz-weiß geflackert hat. Fand das ganz cool. Doch nicht bei allen Songs, fand die ich die Bilder dazu passend. Wohingegen das bei anderen Songs richtig gut gepasst hat. (Hab‘ hier ein Video auf Youtube dazu: https://www.youtube.com/watch?v=aPAfEBWy_Ag; Fun Fact: Der Typ stand vermutlich ein paar Schritte rechts hinter mir.)

Man hätte sich ja bei dem Song Dopamine von Charlotte Wessels gewünscht, dass Simone mit auf die Bühne gekommen wäre. Anders herum hat das besser funktioniert. Denn bei Sirens – Of Blood And Water, dachte ich kurzzeitig ich sehe doppelt. Aber nein. Da kam Charlottte mit auf die Bühne, um das Ganze, wie auf CD, als Duo aufzuführen. Ansonsten kann ich von der Songauswahl gar nicht so viel sagen. Ich habe zwar die meisten Alben von Epica, doch das es da jetzt Songs gibt, die unbedingt auf der Setlist haben müsste, gibt es eigentlich nicht. Okay, Cry for the Moon ist natürlich ein Klassiker und wurde gleich nach dem Geburtstagsständchen für Simone gespielt.

Epica
Epica

Immer schwierig sich während des Konzerts zu merken, was einem gut gefallen hat, wenn man die Sachen nicht kennt, doch ich glaube es war The Grand Saga of Existence – A New Age Dawns Part IX wo ich den Song und die visuellen Effekte dazu ganz gut fand. Ohne es zu merken näherte man sich dann langsam dem Ende der Setlist. Beyond The Matrix stand dann auf der Setlist. Da war die Stimmung auch richtig gut und während die Band dann mit den letzten Tönen die Bühne verließen, freute sich jeder schon auf die Zugabe, während Aspiral vom Band lief. Als dann auf der Leinwand ein ‚Dankeschön‘ erschien, hegten die ersten die Vermutung, dass das Ende der Show bereits erreicht war. Noch brennt kein Licht. Noch baut keiner ab. Zugabe! Zugabe!

Doch die Show war wirklich bereits am Ende. Und auch wenn das jetzt nicht die beste Epica Show war, die man jemals gesehen hat, hatte man sich doch etwas mehr (Musik) erwartet. Wobei am Ende – bis zum Abspann – auch 81 Minuten Spielzeit auf der Uhr standen. Ziehen wir noch zwei Minuten für das Geburtstagsständchen ab, dann haben Epica in etwa so lange gespielt wie Amaranthe.

Spielzeit: 84 Minuten (21:37 Uhr – 23:01 Uhr)
Webseite: https://www.epica.nl/
Setlist: Zenth, München
Letztes Album: Epica – Aspiral (Amazon Partner Link)

Fazit

War ein cooles Konzert im gut gefüllten Zenith. (War die zweite Show dieser Tour nach Köln). Bei Epica hat ja einer auf der Bühne gefilmt, da hat man dann schön gesehen wie voll es eigentlich war. Das bekommt man weiter vorne, wenn man den guten Platz nicht verlässt, natürlich nicht mit. Die Zeit verging bei den Bands wie im Flug. Ich war richtig überrascht, als das Konzert dann schon zu Ende war. Da hätte man sich durchaus noch etwas mehr Musik gewünscht. Wenn man es als Double-Headliner Tour sieht, war es aber vom Preis-Leistungsverhältnis her schon in Ordnung. Ich mein, das sind keine kleinen Bands mehr und für andere Konzerte legt man einen ähnlichen Betrag auf den Tisch.

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