Avantasia, 23.07.2026, Regensburg

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Das sind leider immer die ‚Shut up and take my money‘ Momente, wenn Bands wie Avantasia ein Konzert in Regensburg ankündigen. Da ist’s dann auch egal, dass das Konzert unter der Woche ist. (Das wir am Tag zuvor dann auch noch zu Saltatio Mortis gehen, konnte ja keiner wissen). Leider zeichnete sich im Vorfeld allerdings schon ab: Adrienne Cowan wird vermutlich nicht mit dabei sein. Doch damit müssen wir dann wohl leben und uns mit den übrigen Gästen zufrieden geben.

Avantasia: Tobias Sammet & Tommy Johansson
Avantasia: Tobias Sammet & Tommy Johansson

Wie am Vortag fanden wir uns gegen 19 Uhr am Gelände ein. Gefühlt war’s erst mal weniger voll als bei Saltatio Mortis. Wir waren bei Avantasia dann etwas mittiger gestanden und haben uns selten umgedreht. Ich denke das am Ende ähnlich viele Leute da waren wie bei Saltatio, doch bei Avantasia ging es etwas gemächlicher zu. Keine Circle Pits und keine springenden Boote über den Köpfen der Leute.

Avantasia: Tobias Sammet & Tommy Karevik
Avantasia: Tobias Sammet & Tommy Karevik

Avantasia

19:29 Uhr (!) wurde das Intro gestartet. Echt jetzt? So genau nehmen wir’s heute? Ja. Am Ende wisst ihr auch warum.

Creepshow war der Song, mit dem der Abend eröffnet wurde. Und ehrlicherweise reißt bei mir dann schon der Setlist Faden. Ich habe mich an dem Abend einfach fallen lassen und wollte die Show genießen. Was mir auch hervorragend gelungen ist. Tobias Sammet macht einem das mit seinem Nebenprojekt auch nicht schwer. Denn auch wenn er scherzhaft meinte die Songs klingen eh alle gleich („bei ACDC hat das ja auch geklappt„), ist das eben bei Avantasia nicht so. Dafür sorgen schon allein immer die Gast Sänger, die mit dabei sind. Und da habe ich nicht schlecht gestaunt als plötzlich Tommy Johansson auf der Bühne steht. Wie geil ist das denn bitte? Das war wohl sein erster Auftritt mit Avantasia und ist recht kurzfristig eingesprungen. Da ist es auch verziehen, dass man mal den Einsatz verpasst.

Avantasia: Bob Catley
Avantasia: Tobias Sammet & Bob Catley & Chiara Tricarico

Für Tobias war das natürlich praktisch, denn so musste er sich nur Tommy merken und konnte damit gleich zwei Gastsänger abdecken, denn auch Tommy Karevik war wieder mit als Gastsänger gebucht. Zu unserer großen Freude stand ein quick fideler Bob Catley mit 78 Jahren auf der Bühne und sang weiterhin The Story Ain’t Over. Eine weitere Stimme, die an diesem Abend für weitere Abwechslung sorgte und die man auch nicht mehr für selbstverständlich nehmen kann, war die von Ronnie Atkins. Kaum eine Pause wird den Background Sängern gegönnt und trotzdem erfahren sie meistens nur eine Erwähnung am Rand. Doch was wäre eine Avantasia Show ohne Herbie Langhans? Der gehört für mich eigentlich schon zur Stammbesetzung. Leider war, wie eingangs schon vermutet, Chiara Tricarico die einzige weibliche Stimme an diesem Abend. Dieses Alleinstellungsmerkmal rückte sie natürlich noch etwas mehr in den Focus als sonst.

Avantasia: Tobias Sammet & Herbie Langhans
Avantasia: Tobias Sammet & Ronnie Atkins

Da ich jetzt alle Gastsänger einmal erwähnt habe, kann ich ja weiter auf die Show eingehen. Muss ich extra erwähnen, welche Songs meine Highlights waren? Natürlich Let the Storm Descend Upon You und Lucifer. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als die Uhr bereits 120 Minuten Spielzeit zeigte, doch die Band noch nicht mal mit der Wimper zuckte. Wobei. „Spielzeit“ ist eigentlich nicht korrekt. Denn wer Tobias Sammet kennt, weiß, dass er sich manchmal wohl gerne reden hört. Bei den Ansagen wird dann auch kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen und es wird auch kein Gag verschenkt.

Avantasia: Tobias Sammet & Ronnie Atkins & Herbie Langhans
Avantasia: Tobias Sammet & Ronnie Atkins & Herbie Langhans

Vielleicht wäre eine Avantasia Show auch nur 45 Minuten lang, wenn es keine Ansagen gibt? Aber ganz im Ernst: Während die anderen Bandmitglieder bereits sichtlich nervös wurden aufgrund der fortschreitenden Uhrzeit, erzählte Tobias munter weiter. Und so kam es, dass Sign of the Cross / The Seven Angels, die letzte Nummer, gerade so zu Ende gespielt werden konnte. Meine Uhr zeigte 21:59 Uhr in viele Sekunden. Man weiß ja immer nicht wie streng die Regeln sind, doch hätte die Band die Minute früher nicht angefangen, wäre es eng geworden mit der Setlist. Ehrlicherweise würde es mich manchmal nicht wundern, wenn auf der Setlist nicht zwei Songs mehr stehen würden, falls Tobias mal nix zu erzählen hat und noch Zeit übrig bleiben würde.

Avantasia: Tommy Johansson & Tommy Karevik
Avantasia: Tobias Sammet & Chiara Tricarico

Avantasia. Das ist nicht einfach eine Band, die ihre Setlist herunterspielt. Avantasia ist emotional. Abwechslungsreich. Ein Musikensemble, bei dem man jedem Musiker die Freude ansieht, gemeinsam auf dieser Bühne stehen zu dürfen. Ich kann mich auch nach diesem Abend nur wiederholen: Für mich persönlich zählt Avantasia zu den besten Live Acts, die ich bisher gesehen habe. Und dieser Abend hat mir einmal mehr gezeigt, warum das so ist.

Avantasia: Tommy Johansson & Bob Catley & Herbie Langhans
Avantasia

Spielzeit: 151 Minuten (19:29 Uhr – 22:00 Uhr)
Webseite: https://avantasia.com/
Letztes Album: Avantasia – Here Be Dragons (Amazon Partner Link)
Setlist: Regensburg (vielleicht wird die noch gefüllt. Aus der Erinnerung könnte sie der Setlist von Fulda entsprechen. Nur halt mit Tommy statt Kenny)

Avantasia: Tobias Sammet
Avantasia

Diesmal bei Avantasia mit dabei waren:
Gesang: Tobias Sammet, Ronnie Atkins (Pretty Maids), Tommy Karevik (Kamelot), Bob Catley (Magnum), Tommy Johansson (Majestica)
Gesang & Background: Herbie Langhans (Firewind), Chiara Tricarico (Moonlight Haze)
Gitarre: Sascha Paeth, Arne Wiegand
Schlagzeug: Felix Bohnke
Keyboard: Michael Rodenberg
Bass: Andre Neygenfind

Avantasia – The Witch

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